
Nun ist es also schon 15 Jahre her, dass Ian Murdock am 16. August 1993 die nach seiner Frau Debra benannte Linux Distribution ankündigte um die Welt der Linux Distributionen revolutionieren. Zwar gab es zu der Zeit schon andere Distributionen von denen heute jedoch keine einzige mehr aktiv ist. Alle hatten jedoch ähnliche Probleme. So gab es nur wenige verfügbare Pakete die dann nur mittels umfangreicher Anleitungen installiert werden konnten. Nach zahlreichen Vorversionen und einer längeren Pause im Jahr 1994 in der unter anderem das Paket-System dpkg entwickelt und interne Änderungen vorgenommen wurden kam dann im Juni 1996 Debian GNU/Linux 1.1 mit dem Codenamen Buzz an die Öffentlichkeit. Die Wahl der Codenamen, die sich nach den Namen von Figuren aus dem Film Toy Story richteten wird bis heute eingehalten. Nach Rex (1.2 - Dezember 1996), Bo (1.3 - Juni 1997), Hamm (2.0 - Juli 1998), Slink (2.1 - März 1999) und Potato (2.2 - 15. August 2000) folgte dann Woody im Juli 2002 als Debian GNU/Linux 3.0 und brachte danach eine lange Pause mit sich. Wurden vorher noch alle sechs bis zwölf Monate eine neue Version veröffentlicht brauchte Woody bereits fast zwei Jahre. Bis dann Sarge als Version 3.1 veröffentlicht wurde vergingen sogar drei Jahre. Nach dieser Version vom Juni 2005 wurden erste Stimmen lauter in Zukunft wieder häufiger neue Versionen unter die Leute zu bringen. So kam die aktuelle Version Etch alias Debian GNU/Linux 4.0 keine zwei Jahre später im April 2007 auf die Welt. Auch die kommende Version 5.0 mit dem Codenamen Lenny welche für den kommenden Monat geplant ist hält an den neuen Plänen fest. Wegen seiner Unterstützung von zahlreichen Plattformen, den vielfältigen Paketen und der enormen Entwicklerbasis wird Debian GNU/Linux häufig bei großen Projekten eingesetzt bei denen die Verantwortlichen das Steuer in der Hand haben wollen um so eine perfekt angepasste Lösung zu schaffen. Zu den beeindruckenden Eckdaten des Projektes zählen mehr als 10 unterstützte Architekturen, über 120 direkt von Debian abgeleitete Distributionen, 1.000 Personen mit offiziellen Entwickler-Status, weit mehr als 2.000 aktive Beteiligte und rund 20.000 Software-Paketen. Sicher hat auch Debian GNU/Linux seine Schwächen und kann je nach Einsatzgebiet nicht mit der Konkurrenz mithalten, das jedoch gehört hier heute definitiv nicht hin. Herzlichen Glückwunsch Debian, Danke Ian Murdock und Respekt an all die Entwickler und Beteiligten die seit Jahren soviel für dieses System getan haben.
Deutsche News:
www.heise.de • www.pro-linux.de
Mit freundlichen Grüßen
Michael Köchling :: YASB