Der Sonnenuntergang ist da
Mit der Dauer von 9 Monaten verbinden viele Menschen sicher etwas Positives... dieser Tage verbindet man damit eher den Untergang von SUN Microsystems. Vor gut 9 Monaten hat Oracle bekannt gegeben, SUN übernehmen zu wollen. Für 7,4 Milliarden Dollar sollten so essentielle Entwicklungen wie Java, MySQL, Solaris oder auch OpenOffice.org den Besitzer wechseln.
- Java
- Anfang der 90ziger entwickelt ist Java heute auf nahezu jedem PC installiert. Sowohl daheim als auch in Unternehmen, auf einfachen PCs, Notebooks und Servern. Unzählige Software-Lösungen, Programme und Unternehmensanwendungen basieren auf Java. Eine Welt ohne Java ist undenkbar, zu viele nutzen es, zu viele benötigen es. Interessanter daran ist aber, dass unzählige Konkurrenten von Oracle künftig dessen Kunden sind, da deren Lösungen auf Java aufsetzen. Eine Alternative gibt es derzeit nicht. Zwar werden Forks von Java entwickelt nur haben diese nicht den selben Umfang und die Reife von Java.
- MySQL
- Das freie Datenbanksystem wurde 1994 entwickelt und für rund eine Milliarde US-Dollar Anfang 2008 an SUN verkauft. MySQL kommt auf nahezu allen Servern für Webanwendungen zum Einsatz. Kaum ein Webhoster bietet eine andere Datenbank an und die Zahl derer die kein MySQL anbieten dürfte gegen 0 gehen. MySQL bedient dabei den Markt unter den Lösungen von Oracle da sich diese entsprechend hochpreisig und schwerfällig eher für komplexere Umgebungen empfehlen. In Zukunft kann Oracle somit den gesamten Markt an Datenbanksystemen bedienen. Möglich ist aber auch, dass Entwicklungen von MySQL dahingehend reduziert werden, damit MySQL nicht wie in der Vergangenheit sich zu einer Alternative für die Datenbanksysteme von Oracle entwickelt. Der Gründer von MySQL arbeitet an einer Alternative für Oracle und PostGreSQL das sich selbst als Alternative zu Oracle DB positioniert dürfte künftig stärker nachgefragt werden.
- OpenOffice.org
- Die Geschichte von OpenOffice.org geht über StarOffice bis 1985 zurück. Seit ein paar Jahren nimmt die Verbreitung stark zu und die Preise für proprietäre Office-Lösungen stark ab. Dank OpenOffice.org hat die Bedeutung von freien Office Formaten in der Öffentlichkeit stark zugenommen und immer mehr Behörden, Institutionen und Unternehmen setzen auf OpenOffice.org. Auch hier gibt es keine nennenswerte Alternative. Sicher gibt es andere Office Pakete nur sind diese entweder an eine Plattform gebunden wie Apples iWork oder in einem frühen Entwicklungsstadium die KDEs KOffice.
- Solaris / OpenSolaris
- Solaris ist noch ein echter UNIX Abkömmling der UNIX Sytem-V Familie und kann auf eine lange Entwicklung zurückblicken. So stammt die Version 1.0 aus dem Jahre 1982. Früher noch ein MUSS auf Servern wurde Solaris in den vergangenen Jahren immer mehr durch unter anderem Linux Lösungen wie Red Hat Enterprise Linux verdrängt. Gerade aber in Verbindung mit der eigenen Hardware war Solaris immer ein leistungsstarkes und zuverlässiges System, dass sich vor unternehmenskritischen Bereichen nicht verstecken musste.
- SUN Hardware
- Server und Workstations von SUN haben schon fast Kultstatus. Einst waren die SPARC Systeme der Traum vieler IT Verrückten. Alternativen gibt es sicher wie Sand am Meer, schade ist es dennoch.
- VirtualBox
- Seit der Übernahme Anfang 2008 hat sich VirtualBox rasant zu einer Alternative zu VMWare als Desktop Virtualisierung entwickelt. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklung anhält, da erst durch den stärker belebten Virtualisierungsmarkt Entwicklungen fortgeschritten und Preise gefallen sind.
- Sonstiges
- Lösungen wie NetBeans, GlassFish oder Java FX mögen nicht ganz so populär wie die anderen Produkte zu sein, dennoch haben auch sie ihren festen Platz in der IT-Welt gefunden.
Da nun nach den amerikanischen Behörden auch die EU-Kommission der Übernahme zugestimmt hat dürfte dies das baldige Ende von SUN bedeuten. Am 27. Januar sollen konkrete Pläne zur Zukunft der SUN Produkte veröffentlicht werden. Ob die letzten beiden großen Märkte Russland und China der Übernahme zustimmen ist offen. Aus den Regionen hat man bisher keine entsprechenden Informationen erhalten.

