Open Document Format
Obwohl das OpenOffice.org Projekt stetig an Verbesserungen der gleichnamigen Office Suite arbeitet liest man in den vergangenen Monten - wenn es um OpenOffice.org geht - nur, welche Firma, welche Behörde oder welches Land dem derzeitigen Trend folgt, und auf OpenOffice.org umschwenkt. So war es Anfang Oktober die dänische Gemeinde Lyngby-Taarbaek, die auf den Schulcomputern künftig auf die freien Büroprogramme des Projektes setzen wolle. Schüler können nun daheim ihre Arbeiten mit der selben Software erledigen wie in der Schule. Die Kosten für den Einsatz spielten jedoch ebenfalls eine tragende Rolle. Von den 1.700 Rechnern die zum Einsatz kommen müssen 600 Geräte demnächst durch neuere ersetzt werden. Der Wegfall der Lizenzkosten hat den positiven Nebeneffekt, dass durch diese Einsparung die Kosten von 150 Rechnern bereits gedeckt ist.
In Belgien sind es inzwischen mehrere Behörden die erfolgreich und absolut überzeugt auf OpenOffice.org setzen. Durch die rasche Verbreitung von OpenOffice.org hat auch das freie Dokumentenformat ODF immer mehr Akzeptanz erfahren. In der Provinz Limburg läuft die Migration noch wogegen die flämische Abfallwirtschaft bereits seit Jahren auf ODF setzt. In der Stadt Schoten ist es die Verwaltung wo man bereits auf OpenOffice.org setzt aber bisher noch nicht auf ODF setzen konnte. Damit sich dies ändern kann wurden dutzende Lehrvideos produziert die nun auch der OpenOffice.org Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Hafen von Antwerpen befindet sich mitten in der Migration und will seine 1.300 Desktop Rechner bis zum Herbst 2010 auf OpenOffice.org umgestellt haben. Doch hier setzt man auch auf die Verbreitung bei den Geschäftspartnern und informiert in jeder E-Mail automatisch über die Möglichkeit ODF selbst mit Microsoft Office nutzen zu können. Das kann auch anderen dabei helfen sich dauerhaft von Microsoft Produkten trennen zu können.
Bei diesen und vielen weiteren Meldungen verwundert es auch nicht, dass man beim OpenOffice.org Projekt nun 100 Millionen (100.000.000.000) OOo3 Downloads gefeiert hat. Mit der bald verfügbaren Version 3.2 dürfte es wieder zahlreiche Downloads geben.
Nachdem man bei IBM bezüglich der internen Desktop-Strategie viel geplant und oft angekündigt hatte folgen nun Taten. Mit einem gewaltigen Schritt sollen innerhalb von 10 Werktagen die 360.000 Mitarbeiter des Konzerns mit dem hauseigenen auf OpenOffice.org basierenden Büro Paket Lotus Symphony 1.3 versorgt und Microsoft Office von den Arbeitsplätzen entfernt werden. Bei den Lizenzkosten für gewerbliche Kunden bedeutet dies für Microsoft ein verlorener Umsatz mir zweistelligen Millionenbereich. Schwerer dürfte jedoch die Signalwirkung für die Kunden von IBM und anderer Konzerne wiegen. Wenn wenn ein IT Schwergewicht wie IBM sich so deutlich und konsequent von Microsoft abkehrt ist es vermutlich an der Zeit über die eigene IT-Strategie nachzudenken und sich von unfreien Industriestandards und proprietären Anwendungen zu trennen um auf echte offene Standards wie ODF zu setzen..

