OpenOffice.org
Nach kleineren jedoch notwendigen Verzögerungen steht das freie Büropaket OpenOffice.org in der Version 3.2 zum Download zur Verfügung. Neben allgemeinen Fehlerkorrekturen und einer verbesserten Leistung kann OpenOffice.org 3.2 auch mit neuen Funktionen aufwarten. Eine dieser Neuerungen sind die Kommentarfunktion, die nun neben der Textverarbeitung Writer auch in der Tabellenkalkulation, der Zeichensoftware Draw und der Präsentationslösung Impress zur Verfügung. Abseits dieser Informationen hat das Projekt bekannt gegeben, dass die Version 3 von OpenOffice.org inzwischen über 100 Millionen Mal von den offiziellen Servern heruntergeladen wurde.
Mit der Dauer von 9 Monaten verbinden viele Menschen sicher etwas Positives... dieser Tage verbindet man damit eher den Untergang von SUN Microsystems. Vor gut 9 Monaten hat Oracle bekannt gegeben, SUN übernehmen zu wollen. Für 7,4 Milliarden Dollar sollten so essentielle Entwicklungen wie Java, MySQL, Solaris oder auch OpenOffice.org den Besitzer wechseln.
- Java
- Anfang der 90ziger entwickelt ist Java heute auf nahezu jedem PC installiert. Sowohl daheim als auch in Unternehmen, auf einfachen PCs, Notebooks und Servern. Unzählige Software-Lösungen, Programme und Unternehmensanwendungen basieren auf Java. Eine Welt ohne Java ist undenkbar, zu viele nutzen es, zu viele benötigen es. Interessanter daran ist aber, dass unzählige Konkurrenten von Oracle künftig dessen Kunden sind, da deren Lösungen auf Java aufsetzen. Eine Alternative gibt es derzeit nicht. Zwar werden Forks von Java entwickelt nur haben diese nicht den selben Umfang und die Reife von Java.
- MySQL
- Das freie Datenbanksystem wurde 1994 entwickelt und für rund eine Milliarde US-Dollar Anfang 2008 an SUN verkauft. MySQL kommt auf nahezu allen Servern für Webanwendungen zum Einsatz. Kaum ein Webhoster bietet eine andere Datenbank an und die Zahl derer die kein MySQL anbieten dürfte gegen 0 gehen. MySQL bedient dabei den Markt unter den Lösungen von Oracle da sich diese entsprechend hochpreisig und schwerfällig eher für komplexere Umgebungen empfehlen. In Zukunft kann Oracle somit den gesamten Markt an Datenbanksystemen bedienen. Möglich ist aber auch, dass Entwicklungen von MySQL dahingehend reduziert werden, damit MySQL nicht wie in der Vergangenheit sich zu einer Alternative für die Datenbanksysteme von Oracle entwickelt. Der Gründer von MySQL arbeitet an einer Alternative für Oracle und PostGreSQL das sich selbst als Alternative zu Oracle DB positioniert dürfte künftig stärker nachgefragt werden.
- OpenOffice.org
- Die Geschichte von OpenOffice.org geht über StarOffice bis 1985 zurück. Seit ein paar Jahren nimmt die Verbreitung stark zu und die Preise für proprietäre Office-Lösungen stark ab. Dank OpenOffice.org hat die Bedeutung von freien Office Formaten in der Öffentlichkeit stark zugenommen und immer mehr Behörden, Institutionen und Unternehmen setzen auf OpenOffice.org. Auch hier gibt es keine nennenswerte Alternative. Sicher gibt es andere Office Pakete nur sind diese entweder an eine Plattform gebunden wie Apples iWork oder in einem frühen Entwicklungsstadium die KDEs KOffice.
- Solaris / OpenSolaris
- Solaris ist noch ein echter UNIX Abkömmling der UNIX Sytem-V Familie und kann auf eine lange Entwicklung zurückblicken. So stammt die Version 1.0 aus dem Jahre 1982. Früher noch ein MUSS auf Servern wurde Solaris in den vergangenen Jahren immer mehr durch unter anderem Linux Lösungen wie Red Hat Enterprise Linux verdrängt. Gerade aber in Verbindung mit der eigenen Hardware war Solaris immer ein leistungsstarkes und zuverlässiges System, dass sich vor unternehmenskritischen Bereichen nicht verstecken musste.
- SUN Hardware
- Server und Workstations von SUN haben schon fast Kultstatus. Einst waren die SPARC Systeme der Traum vieler IT Verrückten. Alternativen gibt es sicher wie Sand am Meer, schade ist es dennoch.
- VirtualBox
- Seit der Übernahme Anfang 2008 hat sich VirtualBox rasant zu einer Alternative zu VMWare als Desktop Virtualisierung entwickelt. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklung anhält, da erst durch den stärker belebten Virtualisierungsmarkt Entwicklungen fortgeschritten und Preise gefallen sind.
- Sonstiges
- Lösungen wie NetBeans, GlassFish oder Java FX mögen nicht ganz so populär wie die anderen Produkte zu sein, dennoch haben auch sie ihren festen Platz in der IT-Welt gefunden.
Da nun nach den amerikanischen Behörden auch die EU-Kommission der Übernahme zugestimmt hat dürfte dies das baldige Ende von SUN bedeuten. Am 27. Januar sollen konkrete Pläne zur Zukunft der SUN Produkte veröffentlicht werden. Ob die letzten beiden großen Märkte Russland und China der Übernahme zustimmen ist offen. Aus den Regionen hat man bisher keine entsprechenden Informationen erhalten.
Obwohl das OpenOffice.org Projekt stetig an Verbesserungen der gleichnamigen Office Suite arbeitet liest man in den vergangenen Monten - wenn es um OpenOffice.org geht - nur, welche Firma, welche Behörde oder welches Land dem derzeitigen Trend folgt, und auf OpenOffice.org umschwenkt. So war es Anfang Oktober die dänische Gemeinde Lyngby-Taarbaek, die auf den Schulcomputern künftig auf die freien Büroprogramme des Projektes setzen wolle. Schüler können nun daheim ihre Arbeiten mit der selben Software erledigen wie in der Schule. Die Kosten für den Einsatz spielten jedoch ebenfalls eine tragende Rolle. Von den 1.700 Rechnern die zum Einsatz kommen müssen 600 Geräte demnächst durch neuere ersetzt werden. Der Wegfall der Lizenzkosten hat den positiven Nebeneffekt, dass durch diese Einsparung die Kosten von 150 Rechnern bereits gedeckt ist.
In Belgien sind es inzwischen mehrere Behörden die erfolgreich und absolut überzeugt auf OpenOffice.org setzen. Durch die rasche Verbreitung von OpenOffice.org hat auch das freie Dokumentenformat ODF immer mehr Akzeptanz erfahren. In der Provinz Limburg läuft die Migration noch wogegen die flämische Abfallwirtschaft bereits seit Jahren auf ODF setzt. In der Stadt Schoten ist es die Verwaltung wo man bereits auf OpenOffice.org setzt aber bisher noch nicht auf ODF setzen konnte. Damit sich dies ändern kann wurden dutzende Lehrvideos produziert die nun auch der OpenOffice.org Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden sollen. Der Hafen von Antwerpen befindet sich mitten in der Migration und will seine 1.300 Desktop Rechner bis zum Herbst 2010 auf OpenOffice.org umgestellt haben. Doch hier setzt man auch auf die Verbreitung bei den Geschäftspartnern und informiert in jeder E-Mail automatisch über die Möglichkeit ODF selbst mit Microsoft Office nutzen zu können. Das kann auch anderen dabei helfen sich dauerhaft von Microsoft Produkten trennen zu können.
Bei diesen und vielen weiteren Meldungen verwundert es auch nicht, dass man beim OpenOffice.org Projekt nun 100 Millionen (100.000.000.000) OOo3 Downloads gefeiert hat. Mit der bald verfügbaren Version 3.2 dürfte es wieder zahlreiche Downloads geben.
Nachdem man bei IBM bezüglich der internen Desktop-Strategie viel geplant und oft angekündigt hatte folgen nun Taten. Mit einem gewaltigen Schritt sollen innerhalb von 10 Werktagen die 360.000 Mitarbeiter des Konzerns mit dem hauseigenen auf OpenOffice.org basierenden Büro Paket Lotus Symphony 1.3 versorgt und Microsoft Office von den Arbeitsplätzen entfernt werden. Bei den Lizenzkosten für gewerbliche Kunden bedeutet dies für Microsoft ein verlorener Umsatz mir zweistelligen Millionenbereich. Schwerer dürfte jedoch die Signalwirkung für die Kunden von IBM und anderer Konzerne wiegen. Wenn wenn ein IT Schwergewicht wie IBM sich so deutlich und konsequent von Microsoft abkehrt ist es vermutlich an der Zeit über die eigene IT-Strategie nachzudenken und sich von unfreien Industriestandards und proprietären Anwendungen zu trennen um auf echte offene Standards wie ODF zu setzen..
Für die freie Office-Suite OpenOffice.org stehen derzeit zwei neue Versionen zur Verfügung. Die Entwickler haben sowohl die ältere Version OpenOffice.org 2 als auch die neue Generation OpenOffice.org 3 aktualisiert. OpenOffice.org 3.1.1 wurde bereits vergangene Woche veröffentlicht und bringt kleinere Fehlerkorrekturen und behebt ein potentielles Sicherheitsrisiko. Auch wenn die Entwickler nicht davon ausgehen, dass die Sicherheitslücke bereits ausgenutzt wird will man Details dieses Problems erst am 11. September veröffentlichen. Eine Übersicht der Änderungen und eine Beschreibung der Sicherheitslücke sind auf der Homepage des Projekts verfügbar.
Auch wenn OpenOffice.org 3 die aktuelle stabile Version ist, haben die Entwickler für dessen Vorgänger eine weitere Aktualisierung veröffentlicht. Die Version 2.4.3 behebt dabei ebenfalls diverse Fehler im Programm und ein potentielle Sicherheitsrisiko. Auch für OpenOffice.org 2.4.3 steht eine Liste aller Neuerungen zur Verfügung.
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Mit etlichen Fehlerkorrekturen aber vor allem lange erwarteten Neuerungen steht das freie Office Paket OpenOffice.org nun in der Version 3.1 für Linux, Max OS X und Windows zum kostenlosen Download zur Verfügung. Mit der Unterstützung von Anti-Aliasing kann nun endlich eine Kantenglättung für Vektorgrafiken genutzt werden. Besonders nützlich ist dieses primär in den in OpenOffice.org erstellten Diagrammen. Zu den Funktionen, die den praktischen Nutzen verbessern sollen zählt zum einen die halb transparente Anzeige von Objekten während diese vom Benutzter verschoben werden. So soll eine genauere Platzierung ermöglich werden und zum anderen wurde das Kommentarsystem in der Textverarbeitung Writer verbessert, so dass man auf Kommentare nun auch antworten kann, was insbesondere dann zum Tragen kommt, wenn mehrere Autoren an einem Dokument arbeiten. Zum Office Paket OpenOffice.org 3.1 gehören die Textverarbeitung Writer, die Tabellenkalkulation Calc, die Präsentationslösung Impress, der Formel-Assistent Math und die Datenbank Base.
Larry Ellison hat erneut zugeschlagen und sein Unternehmen Oracle mit einer erneut gewaltigen Übernahme erweitert. Einst als Datenbank Spezialist gestartet, hatte Oracle in den vergangenen Jahren Milliarden US-Dollar investiert, um im Bereich der Business Software mit dem deutschen Konzern SAP konkurieren zu können. Im Januar 2005 waren es 10,5 Milliarden US-Dollar für die feindliche Übernahme von PeopleSoft. Nur ein Jahr später wurden dann Siebel Systems für 5,85 Milliarden US-Dollar übernommen. In diesem Jahresrhythmus ging es dann weiter als man 2007 für 3,3 Milliarden US-Dollar Hyperion Solutions und 2008 dann BEA Systems für 8,5 Milliarden US-Dollar kaufte. Nun haben wir 2009 und Oracle schlägt erneut zu. SUN Microsystems soll für 7,4 Milliarden US-Dollar aus Oracle einen Komplett-Anbieter machen, der neben Business-Software und Datenbank nun auch Betriebssystem und Hardware aus einer Hand liefern kann. Mit diesen mehr als 35 Milliarden US-Dollar an Investitionen tritt Oracle in die Fußstapfen von IBM.
| Unternehmen | Jahresumsatz | Mitarbeiter | Portfolio |
| IBM | 103,60 Mrd. USD (2008) | 386,558 (2007) | Hardware, Computerkomponenten, Betriebssystem, Datenbank, Business Anwendungen und Dienstleistungen |
| Oracle | 22,40 Mrd. USD (2008) | 74.757 (2008) | Hardware, Computerkomponenten, Betriebssystem, Datenbank, Business Anwendungen und Dienstleistungen |
| SAP | 11,70 Mrd. EUR (2008) | 51.500 (2008) | Business Anwendungen und Dienstleistungen |
Im Gegensatz zu den früheren Übernahmen, wo es oft nur um Kundendaten oder eher im Unternehmensumfeld bekannte Software-Lösungen ging, hat Oracle durch SUN Microsystems mit Java nicht nur die Kernkomponente der meisten Enterprise Anwendungen erworben sondern auch solch populäre Produkte wie GlassFish, MySQL, NetBeans, Solaris/OpenSolaris, die SPARC Prozessor-Technologie, StarOffice/OpenOpffice.org und xVM/VirtualBox.
- GlassFish
- Der unter einer freien Lizenz stehende Java EE Server dürfte für Oracle kaum von Bedeutung sein und könnte als reines Community Projekt enden.
- Java
- Java ist und bleibt die Kerntechnologie zahlreicher Business-Anwendungen. Doch auch Java steht unter einen freien Lizenz. Oracle wird die Entwicklung von Java nicht nur beibehalten sondern stark ausbauen müssen.
- MySQL
- Auch wenn Oracle bereits über mehrere Datenbanken verfügt, decken diese dennoch nicht alle Einsatzbereiche des Marktes ab. Während die hauseigene Datenbank nur im oberen Enterprise Bereich zum Einsatz kommt kann man mit MySQL nun auch den einfachen Einsatz bei Webhostern und kleineren Unternehmen abdecken. Abzuwarten bleibtn, ob der Entwicklungstrend von MySQL Richtung Enterprise nun zurückgefahren wird. Da MySQL jedoch ebenfalls unter einer freien Lizenz steht und es mit Drizzle nicht nur einen sehr interessanten Fork sondern mit ProstGreSQL einen gereiften Konkurrenten gibt, ist Oracle gut beraten, wenn sie auch MySQL weiter pflegen und entwickeln.
- NetBeans
- Neben Eclipse ist NetBeans sicher eine der besten Entwicklungsumgebungen für ernsthafte Programmierer. Auf dieses mächtige Entwicklungswerkzeug zu verzichten macht keinen Sinn.
- Solaris/OpenSolaris
- Das UNIX-Betriebssystem ist die Basis unzähliger Enterprise-Server die höchsten Ansprüchen entsprechen müssen. So dient Solaris oft als Betriebssystem für Datenbankserver mit der Oracle DB. Hier kann Oracle nun ein Paket aus Betriebssystem und Software anbieten. Das Solaris vernachlässigt werden könnte, kann eigentlich ausgeschlossen werden.
- SPARC Prozessor
- Die SPARC (Scalable Processor ARChitecture) Mikroprozessor-Architektur gehört zu den leistungsfähigsten Prozessor-Architekturen und hebt sich in vielen Bereichen weit von der Performance bekannter x86 Lösungen wie von Intel oder AMD ab. Für größere Server mit hohem Leistungsbedarf ist der aktuelle UltraSPARC T2 die optimale Lösung. Der Prozessor rundet das Komplettpaket mit Solaris und Oracle DB nahezu perfekt ab.
- StarOffice/OpenOffice.org
- Auch wenn SUN Microsystems mit StarOffice keine Bäume ausgerissen hat, so ist OpenOffice.org mit Abstand die Office Komplett-Lösung neben Microsoft Office. Das unter der freien LGPL Lizenz stehende Office Paket wird aktuell mehrheitlich von SUN Microsystems Mitarbeitern entwickelt. Ob Oracle dieses eher kostenintensive Engagement uneingeschränkt fortführen wird ist fraglich. Bei all seinen Aktivitäten hat Larry Ellison immer klar gezeigt, dass es ihm um eine effektive Gewinnausbeute ging. Möglich ist, dass die OpenOffice.org Community und die unterstützenden Unternehmen mehr Arbeit der Entwicklung übernehmen werden müssen.
- xVM/VirtualBox
- Neben VMWare sicher die bekannteste und am besten entwickelte Desktop-Virtualisierung. Mit xVM bot SUN Microsystems darüber hinaus auch ein darauf aufbauendes Enterprise Produkt an. Da der Markt der Virtualisierung derzeit richtig aufblüht, könnte Oracle sich urplötzlich in die Riege der Virtualisierungsanbieter einreihen und so zu Cisco (Xen), Red Hat (KVM) und EMC (VMWare) in Konkurrenz treten. Auch hier handelt es sich um ein freies Projekt.
Die Übernahme bringt für zahlreiche Projekte und Firmen viele Fragen und wird sicher intensiv beobachtet werden. Für Oracle könnte die Übernahme der entscheidende Schritt gewesen sein, um mit all den Lösungen nun endlich das erhoffte organische Wachstum antreiben zu können, dass in den vergangenen Jahren kaum existent war.

