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Michael Köchling

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Java

Der Sonnenuntergang ist da Logo

Mit der Dauer von 9 Monaten verbinden viele Menschen sicher etwas Positives... dieser Tage verbindet man damit eher den Untergang von SUN Microsystems. Vor gut 9 Monaten hat Oracle bekannt gegeben, SUN übernehmen zu wollen. Für 7,4 Milliarden Dollar sollten so essentielle Entwicklungen wie Java, MySQL, Solaris oder auch OpenOffice.org den Besitzer wechseln.
  • Java
    • Anfang der 90ziger entwickelt ist Java heute auf nahezu jedem PC installiert. Sowohl daheim als auch in Unternehmen, auf einfachen PCs, Notebooks und Servern. Unzählige Software-Lösungen, Programme und Unternehmensanwendungen basieren auf Java. Eine Welt ohne Java ist undenkbar, zu viele nutzen es, zu viele benötigen es. Interessanter daran ist aber, dass unzählige Konkurrenten von Oracle künftig dessen Kunden sind, da deren Lösungen auf Java aufsetzen. Eine Alternative gibt es derzeit nicht. Zwar werden Forks von Java entwickelt nur haben diese nicht den selben Umfang und die Reife von Java.
  • MySQL
    • Das freie Datenbanksystem wurde 1994 entwickelt und für rund eine Milliarde US-Dollar Anfang 2008 an SUN verkauft. MySQL kommt auf nahezu allen Servern für Webanwendungen zum Einsatz. Kaum ein Webhoster bietet eine andere Datenbank an und die Zahl derer die kein MySQL anbieten dürfte gegen 0 gehen. MySQL bedient dabei den Markt unter den Lösungen von Oracle da sich diese entsprechend hochpreisig und schwerfällig eher für komplexere Umgebungen empfehlen. In Zukunft kann Oracle somit den gesamten Markt an Datenbanksystemen bedienen. Möglich ist aber auch, dass Entwicklungen von MySQL dahingehend reduziert werden, damit MySQL nicht wie in der Vergangenheit sich zu einer Alternative für die Datenbanksysteme von Oracle entwickelt. Der Gründer von MySQL arbeitet an einer Alternative für Oracle und PostGreSQL das sich selbst als Alternative zu Oracle DB positioniert dürfte künftig stärker nachgefragt werden.
  • OpenOffice.org
    • Die Geschichte von OpenOffice.org geht über StarOffice bis 1985 zurück. Seit ein paar Jahren nimmt die Verbreitung stark zu und die Preise für proprietäre Office-Lösungen stark ab. Dank OpenOffice.org hat die Bedeutung von freien Office Formaten in der Öffentlichkeit stark zugenommen und immer mehr Behörden, Institutionen und Unternehmen setzen auf OpenOffice.org. Auch hier gibt es keine nennenswerte Alternative. Sicher gibt es andere Office Pakete nur sind diese entweder an eine Plattform gebunden wie Apples iWork oder in einem frühen Entwicklungsstadium die KDEs KOffice.
  • Solaris / OpenSolaris
    • Solaris ist noch ein echter UNIX Abkömmling der UNIX Sytem-V Familie und kann auf eine lange Entwicklung zurückblicken. So stammt die Version 1.0 aus dem Jahre 1982. Früher noch ein MUSS auf Servern wurde Solaris in den vergangenen Jahren immer mehr durch unter anderem Linux Lösungen wie Red Hat Enterprise Linux verdrängt. Gerade aber in Verbindung mit der eigenen Hardware war Solaris immer ein leistungsstarkes und zuverlässiges System, dass sich vor unternehmenskritischen Bereichen nicht verstecken musste.
  • SUN Hardware
    • Server und Workstations von SUN haben schon fast Kultstatus. Einst waren die SPARC Systeme der Traum vieler IT Verrückten. Alternativen gibt es sicher wie Sand am Meer, schade ist es dennoch.
  • VirtualBox
    • Seit der Übernahme Anfang 2008 hat sich VirtualBox rasant zu einer Alternative zu VMWare als Desktop Virtualisierung entwickelt. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklung anhält, da erst durch den stärker belebten Virtualisierungsmarkt Entwicklungen fortgeschritten und Preise gefallen sind.
  • Sonstiges
    • Lösungen wie NetBeans, GlassFish oder Java FX mögen nicht ganz so populär wie die anderen Produkte zu sein, dennoch haben auch sie ihren festen Platz in der IT-Welt gefunden.
Da nun nach den amerikanischen Behörden auch die EU-Kommission der Übernahme zugestimmt hat dürfte dies das baldige Ende von SUN bedeuten. Am 27. Januar sollen konkrete Pläne zur Zukunft der SUN Produkte veröffentlicht werden. Ob die letzten beiden großen Märkte Russland und China der Übernahme zustimmen ist offen. Aus den Regionen hat man bisher keine entsprechenden Informationen erhalten.
Gefunden bei:
  • www.heise.de - EU-Kommission gibt Oracle grünes Licht für Sun-Übernahme
  • www.golem.de - EU genehmigt Übernahme von Sun ohne Auflagen
Michael Köchling — 2010-01-22

Neues vom Red Hat Summit Logo

Der Red Hat Summit 2009, der Hausmesse des amerikanischen Enterprise Linux Distributors und führenden Anbieters freier Software Red Hat fand dieses Jahr vom 01. bis zum 04. September in Chicago statt. Erstmals fand der Red Hat Summit zusammen mit der JBoss World statt, welche widerrum die Hausmesse der von Red Hat übernommenen JBoss Inc. ist. Die Verantwortlichen haben die Messe genutzt um zum einen die Version 5.4 von RHEL zu präsentieren und zum anderen einen Ausblick auf das kommende RHEL 6 zu bieten. Des Weiteren hat Red Hat die Version 5.3 des Network Satellite Servers vorgestellt. Mit dieser Lösung lassen sich Linux Systeme in einem Netzwerk zentral verwalten. Dazu zählen unter anderem Aktualisierungen und Konfigurationen der Clients. Auch virtuelle Systeme kann der Satellite Server nun bedienen und unterstützt dafür den Hypervisor KVM.
Als Resultat der Zusammenarbeit von JBoss mit der französischen Softwareschmiede eXo wurde die GateIn-Portal-Technik präsentiert, welche in die JBoss Enterprise Portal Platform integriert werden soll. Damit sollen Steuerungsfunktionen von virtuellen Portalen, Drag&Drop-Layouts, kontextabhängige Menüs, Navigationen, Sicherheits- und Zugangsadminstrationsfunktionen realisiert werden. Weitere Themen auf dem Red Hat Summit und der JBoss World waren die Erweiterung des Partnernetzwerkes und dem Projekt Savara, dass sich der Steuerung von SOA-Prozessen widmet.
Gefunden bei:
  • www.heise.de - Red Hat Summit: Videos, Präsentationen und Ausblick auf RHEL6
  • www.heise.de - JBoss-Projekt für die Regulierung von SOA-Prozessen
  • www.heise.de - Neue JBoss-Portal-Technik GateIn
  • www.heise.de - Red Hat startet neues Partner-Program
  • www.heise.de - Red Hat erweitert seine Linux-System-Management-Plattform
  • www.heise.de - Neue JBoss-Java-Plattform ist "Cloud"-fähig
  • www.golem.de - Red Hat aktualisiert Satellite-Server
  • www.pro-linux.de - Red Hat kündigt JBoss Open Choice und Java Application Platform 5.0 an
Michael Köchling — 2009-09-05

VMWare kauft Java Spezialisten Logo

Die EMC Tochter VMWare der gleichnamigen Virtualisierungsplattform hat den Java-Spezialisten Springsource übernommen um damit unter anderem die eigene Cloud-Infrastruktur zu erweitern. Das private Unternehmen SpringSource steht hinter Entwicklungen wie dem in Java geschriebenen Spring-Framework, Apache Tomcat, der Programmiersprache Groovy und dem darauf aufbauenden Framework Grails. Dieses Know-How ist VMWare 420 Millionen US-Dollar wert, wovon 362 Millionen in bar und der Rest in Aktienoptionen finanziert werden. Durch diese und frühere Übernahmen soll das Konzept von VMware als "Platform as a Service (PaaS)" weiter gestärkt werden.
Gefunden bei:
  • www.heise.de - VMware kauft Enterprise-Java-Spezialisten SpringSource
  • www.golem.de - VMware erwirbt Java-Open-Source-Firma SpringSource
  • www.pro-linux.de - VMware kauft SpringSource
Michael Köchling — 2009-08-11

Oracle greift nach SUN Microsystems Logo

Larry Ellison hat erneut zugeschlagen und sein Unternehmen Oracle mit einer erneut gewaltigen Übernahme erweitert. Einst als Datenbank Spezialist gestartet, hatte Oracle in den vergangenen Jahren Milliarden US-Dollar investiert, um im Bereich der Business Software mit dem deutschen Konzern SAP konkurieren zu können. Im Januar 2005 waren es 10,5 Milliarden US-Dollar für die feindliche Übernahme von PeopleSoft. Nur ein Jahr später wurden dann Siebel Systems für 5,85 Milliarden US-Dollar übernommen. In diesem Jahresrhythmus ging es dann weiter als man 2007 für 3,3 Milliarden US-Dollar Hyperion Solutions und 2008 dann BEA Systems für 8,5 Milliarden US-Dollar kaufte. Nun haben wir 2009 und Oracle schlägt erneut zu. SUN Microsystems soll für 7,4 Milliarden US-Dollar aus Oracle einen Komplett-Anbieter machen, der neben Business-Software und Datenbank nun auch Betriebssystem und Hardware aus einer Hand liefern kann. Mit diesen mehr als 35 Milliarden US-Dollar an Investitionen tritt Oracle in die Fußstapfen von IBM.
Unternehmen Jahresumsatz Mitarbeiter Portfolio
IBM 103,60 Mrd. USD (2008) 386,558 (2007) Hardware, Computerkomponenten, Betriebssystem, Datenbank, Business Anwendungen und Dienstleistungen
Oracle 22,40 Mrd. USD (2008) 74.757 (2008) Hardware, Computerkomponenten, Betriebssystem, Datenbank, Business Anwendungen und Dienstleistungen
SAP 11,70 Mrd. EUR (2008) 51.500 (2008) Business Anwendungen und Dienstleistungen
Im Gegensatz zu den früheren Übernahmen, wo es oft nur um Kundendaten oder eher im Unternehmensumfeld bekannte Software-Lösungen ging, hat Oracle durch SUN Microsystems mit Java nicht nur die Kernkomponente der meisten Enterprise Anwendungen erworben sondern auch solch populäre Produkte wie GlassFish, MySQL, NetBeans, Solaris/OpenSolaris, die SPARC Prozessor-Technologie, StarOffice/OpenOpffice.org und xVM/VirtualBox.
  • GlassFish
    • Der unter einer freien Lizenz stehende Java EE Server dürfte für Oracle kaum von Bedeutung sein und könnte als reines Community Projekt enden.
  • Java
    • Java ist und bleibt die Kerntechnologie zahlreicher Business-Anwendungen. Doch auch Java steht unter einen freien Lizenz. Oracle wird die Entwicklung von Java nicht nur beibehalten sondern stark ausbauen müssen.
  • MySQL
    • Auch wenn Oracle bereits über mehrere Datenbanken verfügt, decken diese dennoch nicht alle Einsatzbereiche des Marktes ab. Während die hauseigene Datenbank nur im oberen Enterprise Bereich zum Einsatz kommt kann man mit MySQL nun auch den einfachen Einsatz bei Webhostern und kleineren Unternehmen abdecken. Abzuwarten bleibtn, ob der Entwicklungstrend von MySQL Richtung Enterprise nun zurückgefahren wird. Da MySQL jedoch ebenfalls unter einer freien Lizenz steht und es mit Drizzle nicht nur einen sehr interessanten Fork sondern mit ProstGreSQL einen gereiften Konkurrenten gibt, ist Oracle gut beraten, wenn sie auch MySQL weiter pflegen und entwickeln.
  • NetBeans
    • Neben Eclipse ist NetBeans sicher eine der besten Entwicklungsumgebungen für ernsthafte Programmierer. Auf dieses mächtige Entwicklungswerkzeug zu verzichten macht keinen Sinn.
  • Solaris/OpenSolaris
    • Das UNIX-Betriebssystem ist die Basis unzähliger Enterprise-Server die höchsten Ansprüchen entsprechen müssen. So dient Solaris oft als Betriebssystem für Datenbankserver mit der Oracle DB. Hier kann Oracle nun ein Paket aus Betriebssystem und Software anbieten. Das Solaris vernachlässigt werden könnte, kann eigentlich ausgeschlossen werden.
  • SPARC Prozessor
    • Die SPARC (Scalable Processor ARChitecture) Mikroprozessor-Architektur gehört zu den leistungsfähigsten Prozessor-Architekturen und hebt sich in vielen Bereichen weit von der Performance bekannter x86 Lösungen wie von Intel oder AMD ab. Für größere Server mit hohem Leistungsbedarf ist der aktuelle UltraSPARC T2 die optimale Lösung. Der Prozessor rundet das Komplettpaket mit Solaris und Oracle DB nahezu perfekt ab.
  • StarOffice/OpenOffice.org
    • Auch wenn SUN Microsystems mit StarOffice keine Bäume ausgerissen hat, so ist OpenOffice.org mit Abstand die Office Komplett-Lösung neben Microsoft Office. Das unter der freien LGPL Lizenz stehende Office Paket wird aktuell mehrheitlich von SUN Microsystems Mitarbeitern entwickelt. Ob Oracle dieses eher kostenintensive Engagement uneingeschränkt fortführen wird ist fraglich. Bei all seinen Aktivitäten hat Larry Ellison immer klar gezeigt, dass es ihm um eine effektive Gewinnausbeute ging. Möglich ist, dass die OpenOffice.org Community und die unterstützenden Unternehmen mehr Arbeit der Entwicklung übernehmen werden müssen.
  • xVM/VirtualBox
    • Neben VMWare sicher die bekannteste und am besten entwickelte Desktop-Virtualisierung. Mit xVM bot SUN Microsystems darüber hinaus auch ein darauf aufbauendes Enterprise Produkt an. Da der Markt der Virtualisierung derzeit richtig aufblüht, könnte Oracle sich urplötzlich in die Riege der Virtualisierungsanbieter einreihen und so zu Cisco (Xen), Red Hat (KVM) und EMC (VMWare) in Konkurrenz treten. Auch hier handelt es sich um ein freies Projekt.
Die Übernahme bringt für zahlreiche Projekte und Firmen viele Fragen und wird sicher intensiv beobachtet werden. Für Oracle könnte die Übernahme der entscheidende Schritt gewesen sein, um mit all den Lösungen nun endlich das erhoffte organische Wachstum antreiben zu können, dass in den vergangenen Jahren kaum existent war.
Gefunden bei:
  • www.heise.de - Oracle übernimmt Sun
  • www.golem.de - Oracle kauft Sun
  • www.pro-linux.de - Oracle übernimmt Sun
Michael Köchling — 2009-04-20
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